Patent & Technik
Technischer Hintergrund des klassischen Wiener Straßenkehrbesens.
Technischer Hintergrund und Patentreferenz
Der Aufbau des klassischen Wiener Straßenkehrbesens basiert auf einer Konstruktion, die von Karl Csernicska (Wien) entwickelt und patentiert wurde. Die Patentschrift beschreibt einen synthetischen Besen mit einem Borstenteil aus Kunststofffasern, die innerhalb einer tragenden Struktur befestigt sind und dadurch eine hohe Flexibilität und gleichzeitig mechanische Stabilität erreichen. Das Patent beschreibt insbesondere eine Bauweise, bei der die Borsten aus synthetischem Material bestehen und in einer strukturellen Trägerkonstruktion gehalten werden. Diese Konstruktion ermöglicht eine hohe Lebensdauer sowie eine gleichmäßige Verteilung der Borsten während des Kehrvorgangs. Patentdokument: AT278698B auf EspacenetPatentzeichnung AT278698B: Seiten 1–3 (klickbar zur Vollansicht).
Quelle: eigener Scan aus öffentlich zugänglicher Patentschrift (AT278698B).
Hinweis zur historischen Patentzeichnung: Die dort dargestellte Schraubenlösung in der Stielaufnahme wird bei den heutigen KVC Besen seit den 1980er-Jahren nicht mehr verwendet, da sie in der Praxis keinen Vorteil brachte. Stattdessen nutzt die aktuelle Ausführung gezielte Einkerbungen in der Besenkappe zur formschlüssigen Fixierung. In Kombination mit weiterentwickelten Harzen entsteht so eine robuste Weiterentwicklung mit verlässlichem Halt, vereinfachter Entsorgung ohne zusätzliches Metallteil und dem Vorteil, dass an dieser Stelle keine Korrosion auftreten kann.
Technischer Aufbau des Besens
Der Besen besteht aus drei wesentlichen Baugruppen:Besenkappe
Die Besenkappe bildet das tragende Bauteil des Besens und dient zur Aufnahme der Borsten sowie des Besenstiels.- Material: robuster, technischer Kunststoff mit hoher Formstabilität
- Herstellung: industrielles Formgebungsverfahren (Spritzguss)
Technischer Qualitätsnachweis im Querschnitt

Der Querschnitt zeigt den inneren Aufbau des Wiener Straßenbesens: Die Borstenbündel werden in Harz fixiert und als stabile Einheit in der Besenkappe eingebettet. So entsteht ein robuster Besen für harten, langfristigen Einsatz.
Ein weiterer Vorteil ist die tiefe, stabile Gewindeaufnahme mit Alukappe am Stiel. Diese Konstruktion unterstützt einen festen Sitz des Gewindestiels auch bei intensiver Nutzung.
- Harzverankerte Borsten für dauerhaft stabilen Halt
- Feste Einbettung in die robuste Besenkappe
- Tiefe Gewindeaufnahme mit Alukappe für festen Stielsitz
- Ausgelegt für wiederkehrende Dauerbelastung
Borstenkörper
Die Borsten werden aus synthetischen Fasern hergestellt und anschließend dauerhaft im Besenkörper fixiert.- hohe Abriebfestigkeit
- elastisches Rückstellverhalten
- gleichmäßige Fächerbildung
Technische Daten – Borstenmaterial
Material: Polyester PBT (Polybutylenterephthalat) Industriefilament für Bürstenanwendungen Geometrie der Borsten Profil: Sternprofil (Star profile) Das Sternprofil erhöht:- Kehrleistung
- Schmutzaufnahme
- Abriebfestigkeit
Stielaufnahme
In der Besenkappe befindet sich eine besonders robuste Gewindeaufnahme für Besenstiele.- Passend für handelsübliche 22-mm-Stiele (DIN 68345 / im Handel teils „italienischer Typ“, sofern Gewindeausführung kompatibel)
- besonders robuste Gewindekonstruktion für festen Stielsitz
- geeignet für Holz- und Metallstiele
Robustheit der Besenkappe
Die Besenkappe ist bewusst dickwandig ausgeführt. Das Kunststoffteil – ohne Borsten und ohne Harz – hat bereits ein Eigengewicht von rund 100 g. Der vergleichsweise hohe Materialeinsatz sorgt für hohe Stabilität und Langlebigkeit im täglichen Arbeitseinsatz.So erkennen Sie seit 2021 den originalen KVC Besen
Seit 2021 erkennen Sie den originalen KVC Besen an der im Kunststoffteil erhabenen Inschrift kvc.at.
Diese Kennzeichnung erleichtert die klare Unterscheidung zu äußerlich ähnlichen, konstruktiv abweichenden Produkten, bei denen Materialeinsatz und Verarbeitung variieren können.
Wichtig: Vor 2021 war diese Kennzeichnung bei unserem Produkt noch nicht vorhanden. Seitdem ist sie ein eindeutiger Hinweis auf das Original.
Lebensdauer aus der Praxis: Bei Hausgebrauch erreichen die Besen typischerweise eine Nutzungsdauer über mehrere Jahrzehnte; im gewerblichen Einsatz liegt die Lebensdauer häufig bei rund 2 Jahren (hauptsächlich durch Borstenabnutzung).
Dokumentation in Museumsarchiven
Der Wiener Straßenkehrbesen ist Teil der österreichischen Design- und Technikgeschichte.
In der Online-Sammlung des Technischen Museums Wien ist ein Original dieses Besens dokumentiert.
👉 Technisches Museum Wien
https://data.tmw.at/object/588535
Dies unterstreicht die historische Bedeutung und die lange Einsatztradition dieses Werkzeugs im kommunalen Bereich.
Richtige Haltung beim Straßenkehren (ca. 45°)

Für eine effiziente Reinigung von Gehsteigen, Pflasterflächen und Höfen empfiehlt sich beim Wiener Straßenkehrbesen ein Arbeitswinkel von rund 45 Grad. Diese Haltung unterstützt eine saubere Kraftübertragung, verbessert das Kehrbild auf rauen Untergründen und reduziert unnötigen Verschleiß der Borsten.
In der Praxis bedeutet das: gleichmäßige Schubbewegungen, angepasster Druck und ein stabiler Stand. So lässt sich die Kehrleistung im Alltag besser reproduzieren – insbesondere bei regelmäßigem Einsatz in Gemeinden, Betrieben und Werkhöfen.


